Frau Alexandra Bürgler Zusammenhang zwischen kurzzeitiger Pollenexposition und Blutdruck bei Erwachsenen: Eine Studie mit wiederholten Messungen
Herrn Kangwei Li Identifizierung der molekularen Zusammensetzung organischer Peroxide im Feinstaub in der Luft
In der Umgebungsluft vorkommende Pollen werden zu einem immer wichtigeren Aerosol aufgrund der steigenden Allergieprävalenz und der sich durch den Klimawandel intensivierenden Pollensaisons.
Während ihr Zusammenhang mit Augen- und Atemwegsbeschwerden gut belegt ist, sind die weiterreichenden systemischen Auswirkungen von Pollen auf die Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht. In ihrer Arbeit hat Alexandra Bürgler diesen Bereich vorangebracht, indem sie einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen der Pollenkonzentration in der Luft und erhöhtem Blutdruck aufgedeckt hat.
Anhand von Daten aus der EPOCHAL-Panelstudie mit 400 Erwachsenen in der Region Basel zeigte sie, dass sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck mit steigender Pollenkonzentration in allergischen Personen ansteigen – selbst bei niedrigen Konzentrationen – wobei die Auswirkungen bei Frauen und Menschen mit Adipositas stärker sind. Durch die Integration hochauflösender Umweltdaten mit wiederholten klinischen Messungen identifiziert ihre Studie Pollen als potenziellen systemischen Gesundheitsstressor, dessen Einfluss über die bekannten Auswirkungen auf die Atemwege hinausgeht.
Bürgler A., Luyten A. Glick S., Kwiatkowski M., Gehrig R., Beigi M., Hartmann K., Eeftens M. (2024) Association between short-term pollen exposure and blood pressure in adults: A repeated-measures study. Environmental Research, 256 (119224). https://doi.org/10.1016/j.envres.2024.119224
Auskunft:
Dr. Alexandra Bürgler, Postdoktorandin, Forschungseinheit Environmental Exposures and Health, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut,
Medienmitteilung:
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Dr. Kangwei Li und Kolleginnen und Kollegen vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel haben eine neuartige analytische Methode zur detaillierten Charakterisierung organischer Peroxide entwickelt – einer gesundheitsrelevanten, aber bisher selten untersuchten Stoffklasse im Feinstaub in der Atmosphäre. Diese Methode erweitert das molekulare Verständnis organischer Peroxide in Feinstaubpartikeln entscheidend. Mit ihr konnten erstmals mehr als 300 organische Peroxide einzeln in Aerosolpartikeln identifiziert werden. Darüber hinaus wurde ein Verfahren etabliert, um die oxidierende Reaktivität dieser organischen Peroxide zu bestimmen – eine Eigenschaft, die möglicherweise direkt mit der Toxizität dieser Verbindungen und von Feinstaubpartikeln insgesamt verknüpft ist. Diese Studie stellt einen grundlegenden Schritt zur Untersuchung der Bildung, chemischen Reaktivität sowie gesundheitlichen Auswirkungen organischer Peroxide in atmosphärischen Feinstaub dar. Die Arbeit wurde von Dr. Kangwei Li geleitet und mit dem Swiss Aerosol Award 2025 ausgezeichnet.
Es wird angenommen, dass organische Peroxide – eine bedeutende und reaktive Stoffklasse sekundärer organischer Aerosole (SOA) – wesentlich zur Toxizität von Feinstaub und damit zu gesundheitlichen Belastungen beitragen können. Trotz ihrer atmosphärischen und gesundheitlichen Relevanz ist die analytische Identifizierung und Charakterisierung dieser Verbindungen in der Atmosphäre bisher äusserst anspruchsvoll und mit Unsicherheiten behaftet. Daher ist bislang unklar, aus welchen Quellen diese Peroxide stammen. Nur ein klares Verständnis ihrer Entstehung in der Atmosphäre und ihrer Emissionsquellen ermöglicht die Entwicklung gezielter und wirksamer Massnahmen zur Reduktion dieser potenziell schädlichen Komponenten in der Luft.
Die neu entwickelte analytisch-chemische Methode ermöglicht erstmals eine umfassende molekulare Charakterisierung organischer Peroxide in atmosphärischen Feinstaubpartikeln mithilfe modernster analytischer Instrumentierung. Insgesamt wurden über 300 organische Peroxide in Aerosolpartikeln identifiziert, die ein breites Spektrum an Reaktivitäten gegenüber Iodid zeigen. Diese Forschung verbessert das molekulare Verständnis der organischen Peroxide in SOA deutlich und bildet die Grundlage für zukünftige Studien zur Toxizität von Luftpartikeln. Insgesamt unterstreicht diese Arbeit die Bedeutung des molekularen Verständnisses organischer Peroxide sowie ihrer gesundheitlichen Auswirkungen in atmosphärischen Aerosolen. Der Swiss Aerosol Award wird am 3. November 2025 anlässlich des 20. Treffens der Swiss Aerosol Group (SAG) verliehen. Die Auszeichnung ist mit CHF 5 000 dotiert.
Auskunft:
- Dr. Kangwei Li, Postdoktorand, Forschungsgruppe Atmosphärenwissenschaften, Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel,
Originaltitel: Molecular Composition of Organic Peroxides in Secondary Organic Aerosols Revealed by Peroxide-Iodide Reactivity; Quelle: https://doi.org/10.1021/acs.est.5c03241
Medienmitteilung:
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Unsere 1988 gegründete Stiftung erfüllt ihren Zweck seit 37 Jahren sowohl in der Schweiz als auch im Ausland –mit Forschungsunterstützung in der Schweiz und der Weiterbildung von Lungenärzten in Äthiopien und weltweit.
East African Training Initiative in Äthiopien (EATI)
Swiss Lung hat seit 2021 vor allem die Wohnungskosten der Fellows aus Städten ausserhalb von Addis oder aus anderen afrikanischen Ländern mit 500 CHF pro Monat bis Ende 2024 unterstützt, den das offizielle Salär im Ausbildungsspital Black Lion für sie beträgt nur 80$! Das Ausbildungsprogramm steht heute zwar sonst jetzt «auf eigenen Füssen», was sehr erfreulich ist. Wegen der hohen Inflation und nicht angepassten Salären müssen die Spitalärzte allerdings zusätzlich in Privatkliniken oder sonst wie zusätzlich Geld verdienen, was die Ausbildung- und vor allem auch die Forschungstätigkeit sehr erschwert. Unter der Regierung Trump wurden leider dieses Jahr keine VISA mehr für die USA bewilligt, so dass die Fellows für Kongresse und Sabbaticals auf Indien oder Kanada und Südafrika ausweichen werden. Das Leitungsteam der EATI überlegt sich auch, wie der Ausfall von USAID-Geldern für Äthiopien zumindest teilweise kompensiert werden kann, unter welchen das Land sehr leidet.
Forschungsprojekt von Prof. Jean Pieters
Das Labor im neuen Biozentrum in Basel und das dort weitergeführte Projekt für den «Coronin-Signalweg als Angriffspunkt für die Behandlung von Leukämie» von Jean Pieters wurde anlässlich der GV 2024 gemeinsam besucht. Ihm wurden auch auf dem Korrespondenzweg erneut CHF 50'000 für die Weiterführung des erfolgversprechenden Projekts bewilligt.
Swiss Aerosol Award
Das Preiskommitte musste dieses Jahr leider entscheiden, dass keine der eingegangenen Bewerbung den Preis verdient und hofft nächstes Jahr wieder gute Arbeiten begutachten zu können, von welchen dann auch zwei mit einem Preis ausgezeichnet werden könnten.
Unterstützungen
Frau Rahel Eberle hat im März 2025 ihre Masterarbeit über die Genetik der chronischen obstruktiven Lungenkrankheit «Colocalization of a COPD lung function GWAS and a single-cell lung eQTL study» erfolgreich an der UNI Zürich verteidigt, welche sie am Brigham and Women’s der Harvard Medical School in Boston mit unserer Unterstützung beendet hat.
Herrn Dr. Philipp Suter, einem Oberarzt am Inselspital in Bern, wurden für sein Forschungsprojekt «Dupilumab bei eosinophiler COPD» und für einen zweijährigen Forschungsaufenthalt in Dundee GB je CHF 20'000 für die Jahre 2025 und 2026 bewilligt.
Weiter wurde die Publikation «Als die Schweiz über sich hinauswuchs» über den Zweiten Weltkrieg mit einem Kapitel über die damalige Tuberkulosesituation von Dr. Otto Brändli mit CHF 7’400 für die Druckkosten unterstützt. Das Buch ist bereits im Mai 2025 erschienen.
Das von uns mitgesponsorte Buch über Long-Covid von Milo Puhan und Andreas Seibert sollte ebenfalls 2025 erscheinen, kann aber schon jetzt bestellt werden auf der Homepage www.ueber-sehen-ueber-leben.com.
Weiter haben wir wie schon seit mehreren Jahren die ETH- Nanopartikelkonferenz auch 2025 mit Preisen von insgesamt 1200 CHF für die jeweils drei besten Posters unterstützt, was zur Attraktivität dieses für die Luftreinhaltung wichtigen dreitägigen Meetings viel beiträgt. Es beschäftigt sich heute mit Feinstaubpartikeln aus Brems- und Pneuabrieb, während die Dieselpartikel in der Luft dank von dieser Konferenz propagierten Filtern weiter abnehmen.
Zuwendungen
Von der Carl und Mathilde-Thiel-Stiftung in Küsnacht ZH haben wir erfreulicherweise erneut einen Beitrag von 2’000 CHF zur freien Verfügung und von Herrn Hans von Mandach weitere 2’500 CHF mit der Zweckbestimmung für das Projekt in Kirgistan erhalten.
Dank
Ich danke allen Stiftungsräten für ihre ehrenamtlich erbrachte enge Mitarbeit und speziell unserem Quästor Hans Scherrer für seine grosse Arbeit mit Bank und Behörden.
Dr. O. Brändli, Präsident, Wald/Zürich, 17.10.2025
Jahresbericht
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Unsere 1988 gegründete Stiftung erfüllt ihren Zweck seit 37 Jahren sowohl in der Schweiz als auch im Ausland –mit Forschungsunterstützung in der Schweiz und der Weiterbildung von Lungenärzten in Äthiopien und weltweit. Sie hat in dieser Zeit gegen 2 Millionen CHF für Karriereförderung, Forschungspreise, Startkapital für Forschung und Innovation, und für Buchpublikationen ausgegeben.
East African Training Initiative in Äthiopien (EATI)
Die Hauptlast der Finanzierung des Budgets von EATI von aktuell 70'000 $ liegt jetzt bei der Organisation Vital Strategies, dem Zusammenschluss der World Lung Fundation und den Bloomberg Philanthropies. Swiss Lung hat seit 2021 vor allem die Wohnungskosten für Fellows von Städten ausserhalb von Addis oder aus anderen afrikanischen Ländern, 500 Franken pro Monat bis Ende 2024, insgesamt 21'000 CHF. Das Ausbildungsprogramm steht heute auf eigenen Füssen. Wegen der hohen Inflation und nicht angepassten Salären müssen die Spitalärzte allerdings zusätzlich in Privatkliniken oder sonst wie zusätzlich Geld verdienen, was die Ausbildung- und Forschungstätigkeit sehr erschwert.
Forschungsprojekt von Prof. Jean Pieters
Für sein erfolgversprechendes Projekt «Der Coronin-Signalweg als Angriffspunkt für die Behandlung von Leukämie» wurden Jean Pieters auf dem Korrespondenzweg weitere CHF 50'000. Wir werden sein Labor in Basel anlässlich der GV 2024 zusammen besichtigen und uns über den Stand der Forschungsarbeiten vor Ort informieren können.
Swiss Aerosol Award
Das Preiskommitte musste dieses Jahr entscheiden, dass keine der eingegangenen Bewerbung den Preis verdient und hofft nächstes Jahr wieder gute Arbeiten begutachten zu können.
Weitere Unterstützungen
Frau Nadja Deflorin hat ihre Masterarbeit «the different values of polysomnographies at low and at moderate altitude» erfolgreich abgeschlossen und arbeitet weiter als Assistenzärztin in Graubünden.
Auch Frau Rahel Eberle hat ihren Forschungsaufenthalt am Brigham and Women’s der Harvard Medical School in Boston beendet und wird uns an der nächsten GV darüber berichten. Sie war sehr froh über unsere Unterstützung und konnte ihre Forschungsergebnisse im Mai sogar an der ESHG-Konferenz als Poster präsentieren.
Weiter wurde die Publikation «Ein Leben zwischen zwei Welten-Wald und New York von Dr. Otto Brändli mit CHF 6200 für die Druckkosten unterstützt. Für das nicht zustande gekommene Buchprojekt von Prof. Paolo Suter über Umweltprobleme in Afrika wurden die 2020 bewilligten 25'000 CHF vollständig zurückbezahlt.
Die Ehefrau von Pepe Lienhart hat eine interessante Stiftung gegründet, welche – ähnlich wie die Theodora-Stiftung mit Traumdoktoren «Freude und Lachen für Kinder» ins Kinderspital – jetzt «Freude ins Heim» für alte und demente Menschen bringt. Wir haben sie deshalb mit CHF 10’000 dabei unterstützt.
Ganz erfreulich ist auch, dass der von uns anfänglich gesponsorte Ewald Weibel Forschungspreis 2023 im Betrage von CHF 10’000 an Frau PD Dr. Esther Schwarz ging, der stellvertretenden Klinikdirektorin der Pneumologie im USZ, welcher wir bereits ihren Forschungsaufenthalt in London mitfinanziert hatten.
Weiter haben wir wie schon seit mehreren Jahren die ETH- Neopartikelkonferenz 2023 und 2024 mit Preisen von insgesamt 1200 CHF für die jeweils drei besten Posters unterstützt, was zur Attraktivität dieses für die Luftreinhaltung wichtigen dreitägigen Meetings beiträgt.
Zuwendungen
Von der Carl und Mathilde-Thiel-Stiftung in Küsnacht ZH haben wir erfreulicherweise erneut einen Beitrag von 2000 CHF zur freien Verfügung und von Herrn Hans von Mandach weitere 2000 CHF mit der Zweckbestimmung für das Projekt in Kirgistan erhalten.
Dank
Ich danke allen Stiftungsräten für ihre ehrenamtlich erbrachte enge Mitarbeit und speziell unserem Quästor Hans Scherrer für seine grosse Arbeit mit Bank und Behörden.
Dr. O. Brändli, Präsident, Wald/Zürich, 26.9.2024
Jahresbericht
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Das sehr persönliche Sachbuch beginnt mit der Geburt von Otto Brändli im September
1942 in Bauma im Zürcher Oberland. Im Hinblick auf die heutige Situation schildert er die auch in der Schweiz damals schwierige Zeit mit Lebensmittelknappheit und dem sechs Jahre dauernden Aktivdienst der Schweizer Armee. Kartoffeln waren die Nationalspeise und konnten nur dank der Verdreifachung der Ackerfläche im Land selbst produziert werden – sogar auf dem Sechseläutenplatz in Zürich!
Das Buch ist in der Edition Königstuhl erschienen und kann zum Preis von Fr. 25.00 + Fr. 8.50 Versandkosten unter
Eine erste Rezension von Dr. Werner Karrer, Crans-Montana VS
Otto Brändli beschreibt die Zeit des Zweiten Weltkriegs und vergleicht sie mit unserer heutigen Zeit. Während der Generation von Otto Brändli die Ereignisse der Dreissiger- und Vierzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts durch die oft sehr eindrücklichen Erzählungen der Eltern und Grosseltern bekannt und präsent sind, ist es für die nachfolgenden Generationen nur mehr Geschichte und vieles ist kaum mehr in deren Bewusstsein.
Otto Brändli verarbeitet seine persönlichen Erlebnisse und die Erzählungen seiner Eltern in einem ersten Teil des vorliegenden Buches. Einen zweiten Teil widmet er auf sehr eindrückliche Weise den Erzählungen von direkt Betroffenen. Viele bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten kommen zu Wort. Der Autor hat ausgiebig recherchiert und zitiert viele Quellen aus jener Zeit. Der dritte Teil des Buches schliesst dann den Kreis durch die Beschreibung der Geschehnisse, wie sie aus heutiger Sicht durch das Studium der authentischen Quellen beurteilt werden können.
Damit ergibt sich eine umfassende Beurteilung der für alle schwierigen Zeit des 2. Weltkriegs, von den persönlichen Eindrücken des Autors über die Erlebnisse von direkt Betroffenen bis zu den Fakten, wie sie sich heute durch die zur Verfügung stehenden Quellen ergeben. Immer wieder wird auch der Bezug zur heutigen Zeit erwähnt.
Es ist ein Buch, das lesenswert ist. Es ist flüssig geschrieben und stärkt sowohl der älteren wie auch der jüngeren Generation das Geschichtsbewusstsein. Dies scheint mir in der aktuellen, unruhigen Zeit besonders wichtig.
Medienmitteilung:
press_summary_swiss_aerosol_award_lubna_dada_2023.pdf28.35 KB
Die Preisträgerin 2023 Frau Dr. Lubna Dada vom Paul-Scherrer-Institut in Villigen
(im Bild mit der Präsidentin des Preiskomitees Frau Prof. Barbara Rothen)
hat am 15.11.2023 in Bern ihre wichtige Arbeit präsentiert:
Auf einem Forschungsschiff in der Arktis hat sie im April 2020 ein extremes Wetter- und Luftverschmutzungsereignis mit einem Temperaturanstieg von 30 Grad C und mit vielen Rauchpartikeln aus Kohlekraftwerken in Russland und China beobachtet, welche für das rasante Abschmelzen des Polareises und auch die extremen Wetterereignisse bei uns verantwortlich waren und weiter sein werden.
Ein extrem starkes Aerosol-Ereignis in der zentralen Arktis ausgelöst durch eine warme LuftmassenIntrusion
Das Extreme Environments Research Labor, EPF Sion, hat mittels Messungen an Bord des EisbrecherForschungsschiffs Polarstern den grossen Einfluss von Emissionen aus mittleren Breiten auf die Aerosolverschmutzung in der zentralen Arktis bestimmt. Daraus resultieren schwerwiegende Auswirkungen auf das arktische Klima, da die transportierten Aerosolpartikel als Wolkenkeime wirken
können, eine deckenartige Struktur mit wärmenden Eigenschaften bilden und so die Meereisschmelze in der Arktis beschleunigen könnten.
Dank einer grosszügigen Zuwendung der Swiss Lung Foundation kann die Schweizerische Aerosol Gesellschaft (SAG) jedes Jahr einen Preis in der Höhe von
5000 CHF für die beste wissenschaftliche Publikationen auf dem Gebiet der internationalen Aerosol‐Forschung in der Schweiz ausschreiben.
Der Preis wird anlässlich der Jahrestagung der SAG, die jeweils im November stattfindet, verliehen. Die Wahl des Preisträgers / der Preisträgerin erfolgt durch die Preiskommission. Der Gewinner / Die Gewinnerin stellt die prämierte Arbeit an der Jahrestagung vor.
Anforderungen:
Der Preis geht an die Erstautorin / den Erstautor.
Die Bewerbung umfasst:
Die Unterlagen müssen in einem PDF Dokument bis zum 31. August des Jahres, in dem im November die SAG Jahrestagung stattfindet, unter folgender Adresse: Dokumente einreichen oder via E-Mail an
Preiskommission:
Kommunikation des Preises:
Die Preisträgerin / Der Preisträger wird auf der Website der Swiss Lung Foundation vorgestellt und aufgefordert, einen Review-Artikel über die Thematik der nominierten Arbeit in einem relevante Fachjournal zu publizieren.
Fribourg/Zürich, 27.06.2024
Download SAG-Preis_Reglement-2025209.09 KB
Die Schweizerische Lungenstiftung kann 2023 bereits auf 35 Jahre erfolgreiche Tätigkeit für gesunde Lungen und saubere Luft zurückblicken.
Aus Dankbarkeit über die Unterstützung seines Medizinstudiums durch ein Stipendium des Kantons Zürich und die grosse Chance einer von der Stadt New York bezahlten zweijährigen Weiterbildungsstelle zum Lungenarzt am Bellevue Hospital wollte Otto Brändli davon etwas für die Aus- und Weiterbildung von Lungenärzten und für die Lungenkranken »zurückgeben». Er konnte dazu auch die ihm als Präsident der Zürcher Lungenliga zustehende Entschädigung und seine Nebeneinnahmen als Chefarzt in der Zürcher Höhenklinik Wald für gesunde Lungen einsetzen.
Nach seinem Entscheid nach einer «Midlife-Krise» im Jahre 1986, weiter als Chefarzt in Wald zu arbeiten und nicht mehr zurück ans Universitätsspital nach Zürich wechseln, liess er deshalb diese gemeinnützige Stiftung errichten.
Weiterlesen: 35 Jahre Schweizerische Lungenstiftung (Swiss Lung Fundation)
Medienmiteilung:
SAG2022-deutsch.pdf65.52 kB
Dieses Jahr wurden aus sehr aussichtsreichen Arbeiten gleich zwei mit dem jährlich verliehenen Preis bedacht, diejenigen von Nadine Karlen und von Anne Lüscher
Nadine Karlen
Das von Nadine Karlen entwickelte DustEar-Messprinzip basiert auf der Funktionsweise eines Impaktors: Partikel werden in einer Düse auf eine kontrollierte Geschwindigkeit beschleunigt und prallen anschliessend auf einen Piezo-Wandler, der als Impaktorplatte dient. Jedes einzelne Teilchen erzeugt dabei einen Impulsübertrag auf den Piezo-Wandler, der als charakteristischer Pulszug im Signal sichtbar ist. Die Amplitude jedes Signalpulses ist proportional zur Masse des jeweiligen impaktierten Partikels. Dieser neue, innovative Ansatz ermöglicht eine genaue Charakterisierung der Massenverteilung und damit die Partikel-Massenkonzentration wie bspw. PM10 oder PM2.5, welches regulierte Parameter bei der Überwachung der Luftqualität sind. Darüber hinaus liefert die gemessene Massenverteilung wichtige Hinweise auf Aerosolquellen und -typen – dies ist zur Untersuchung der Wirksamkeit von Massnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung von Bedeutung.
Für Fragen: Nadine Karlen, Research Associate, Aerosol measurement group, Institute for Sensors and Electronics, University of Applied Sciences, Windisch,
Originalartikel: Single Aerosol Particle Detection by Acoustic Impaction; Source: https://ieeexplore.ieee.org/document/9768831
Anne Lüscher
Die Covid-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist die Virenverteilung in der Luft vor allem in Innenräumen genau zu kennen. Anne Lüscher hat erforscht, wie dies mit «DNA- Barcodes» in Silikapartikeln zuverlässig studiert werden kann.
Für Fragen: Anne Lüscher PhD, Functional Materials Laboratory, Institute for Chemical- and Bioengineering, ETHZ HCI E 112, CH-8093 Zurich,
Originalartikel: Luescher, AM, Koch, J, Stark, WJ, Grass, RN. Silica-encapsulated DNA tracers for measuring aerosol distribution dynamics in real-world settings. Indoor Air. 2022; 32:e12945. https://doi.org/10.1111/ina.12945
Der Swiss Aerosol Award wird am 2. November 2022 anlässlich des 17. Meetings der Swiss Aerosol Group (SAG) verliehen. Der Preis ist mit je 5000 CHF dotiert.
Die Schweizerische Lungenstiftung bezweckt die Bekämpfung und Erforschung von Lungenkrankheiten und setzt sich gegen die Luftverschmutzung ein. 2011 hat die Stiftung den Swiss Aerosol Award ins Leben gerufen: Mit dem Preis in der Höhe von CHF 5000 werden herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Aerosol- Forschung ausgezeichnet. www.swisslung.org
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