Dank einer grosszügigen Zuwendung der Swiss Lung Foundation kann die Schweizerische Aerosol Gesellschaft (SAG) jedes Jahr einen Preis in der Höhe von
5000 CHF für die beste wissenschaftliche Publikationen auf dem Gebiet der internationalen Aerosol‐Forschung in der Schweiz ausschreiben.
Der Preis wird anlässlich der Jahrestagung der SAG, die jeweils im November stattfindet, verliehen. Die Wahl des Preisträgers / der Preisträgerin erfolgt durch die Preiskommission. Der Gewinner / Die Gewinnerin stellt die prämierte Arbeit an der Jahrestagung vor.
Anforderungen:
- Die Arbeit soll aus einer schweizerischen Universität, Klinik oder Forschungsanstalt stammen, resp. mehrheitlich in der Schweiz entstanden sein. Es soll zudem aufgezeigt, welche Relevanz die Arbeit für die Gesundheit und Umwelt hat.
- Vorzugsweise sollen jüngere Forscherinnen und Forscher berücksichtig werden die nicht älter als 35 Jahre alt sind und noch keine permanente / Tenure Track Stelle haben, mit dem Ziel, talentierte Nachwuchsforschende in Aerosol-Wissenschaften zu unterstützen.
- Das Manuskript kann in deutscher, französischer oder englischer Sprache abgefasst sein und muss von einer peer-reviewed Zeitschrift entweder zur Publikation akzeptiert oder nicht länger als seit einem Jahr publiziert sein.
Der Preis geht an die Erstautorin / den Erstautor.
Die Bewerbung umfasst:
- Nominationsantrag
- Curriculum vitae mit Publikationsverzeichnis
- Manuskript respektive publizierte Arbeit
Die Unterlagen müssen in einem PDF Dokument bis zum 31. August des Jahres, in dem im November die SAG Jahrestagung stattfindet, unter folgender Adresse: Dokumente einreichen oder via E-Mail an
Preiskommission:
- Prof. Dr. Barbara Rothen-Rutishauser (Adolphe Merkle Institut, Universität Fribourg) (Vorsitz)
- Prof. Dr. Beatrice Beck Schimmer (Universität Zürich)
- Dr. med. Otto Brändli (Präsident, Swiss Lung Foundation)
- Prof. em. Dr. Peter Gehr (Universität Bern)
- MSc Lara Lüthi (Family Larsson-Rosenquist Foundation)
- Prof. Dr. Wendelin Stark (ETH Zürich)
Kommunikation des Preises:
Die Preisträgerin / Der Preisträger wird auf der Website der Swiss Lung Foundation vorgestellt und aufgefordert, einen Review-Artikel über die Thematik der nominierten Arbeit in einem relevante Fachjournal zu publizieren.
Fribourg/Zürich, 27.06.2024
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- Kategorie: Swiss Aerosol Award - Schweizer Aerosol Preis
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Dr. Kangwei Li und Kolleginnen und Kollegen vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel haben eine neuartige analytische Methode zur detaillierten Charakterisierung organischer Peroxide entwickelt – einer gesundheitsrelevanten, aber bisher selten untersuchten Stoffklasse im Feinstaub in der Atmosphäre. Diese Methode erweitert das molekulare Verständnis organischer Peroxide in Feinstaubpartikeln entscheidend. Mit ihr konnten erstmals mehr als 300 organische Peroxide einzeln in Aerosolpartikeln identifiziert werden. Darüber hinaus wurde ein Verfahren etabliert, um die oxidierende Reaktivität dieser organischen Peroxide zu bestimmen – eine Eigenschaft, die möglicherweise direkt mit der Toxizität dieser Verbindungen und von Feinstaubpartikeln insgesamt verknüpft ist. Diese Studie stellt einen grundlegenden Schritt zur Untersuchung der Bildung, chemischen Reaktivität sowie gesundheitlichen Auswirkungen organischer Peroxide in atmosphärischen Feinstaub dar. Die Arbeit wurde von Dr. Kangwei Li geleitet und mit dem Swiss Aerosol Award 2025 ausgezeichnet.
Es wird angenommen, dass organische Peroxide – eine bedeutende und reaktive Stoffklasse sekundärer organischer Aerosole (SOA) – wesentlich zur Toxizität von Feinstaub und damit zu gesundheitlichen Belastungen beitragen können. Trotz ihrer atmosphärischen und gesundheitlichen Relevanz ist die analytische Identifizierung und Charakterisierung dieser Verbindungen in der Atmosphäre bisher äusserst anspruchsvoll und mit Unsicherheiten behaftet. Daher ist bislang unklar, aus welchen Quellen diese Peroxide stammen. Nur ein klares Verständnis ihrer Entstehung in der Atmosphäre und ihrer Emissionsquellen ermöglicht die Entwicklung gezielter und wirksamer Massnahmen zur Reduktion dieser potenziell schädlichen Komponenten in der Luft.
Die neu entwickelte analytisch-chemische Methode ermöglicht erstmals eine umfassende molekulare Charakterisierung organischer Peroxide in atmosphärischen Feinstaubpartikeln mithilfe modernster analytischer Instrumentierung. Insgesamt wurden über 300 organische Peroxide in Aerosolpartikeln identifiziert, die ein breites Spektrum an Reaktivitäten gegenüber Iodid zeigen. Diese Forschung verbessert das molekulare Verständnis der organischen Peroxide in SOA deutlich und bildet die Grundlage für zukünftige Studien zur Toxizität von Luftpartikeln. Insgesamt unterstreicht diese Arbeit die Bedeutung des molekularen Verständnisses organischer Peroxide sowie ihrer gesundheitlichen Auswirkungen in atmosphärischen Aerosolen. Der Swiss Aerosol Award wird am 3. November 2025 anlässlich des 20. Treffens der Swiss Aerosol Group (SAG) verliehen. Die Auszeichnung ist mit CHF 5 000 dotiert.
Auskunft:
- Dr. Kangwei Li, Postdoktorand, Forschungsgruppe Atmosphärenwissenschaften, Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel,
Originaltitel: Molecular Composition of Organic Peroxides in Secondary Organic Aerosols Revealed by Peroxide-Iodide Reactivity; Quelle: https://doi.org/10.1021/acs.est.5c03241
Medienmitteilung:
press_summary_swiss_aerosol_award_kangwei_li_2025.pdf138.36 KB
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In der Umgebungsluft vorkommende Pollen werden zu einem immer wichtigeren Aerosol aufgrund der steigenden Allergieprävalenz und der sich durch den Klimawandel intensivierenden Pollensaisons.
Während ihr Zusammenhang mit Augen- und Atemwegsbeschwerden gut belegt ist, sind die weiterreichenden systemischen Auswirkungen von Pollen auf die Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht. In ihrer Arbeit hat Alexandra Bürgler diesen Bereich vorangebracht, indem sie einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen der Pollenkonzentration in der Luft und erhöhtem Blutdruck aufgedeckt hat.
Anhand von Daten aus der EPOCHAL-Panelstudie mit 400 Erwachsenen in der Region Basel zeigte sie, dass sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck mit steigender Pollenkonzentration in allergischen Personen ansteigen – selbst bei niedrigen Konzentrationen – wobei die Auswirkungen bei Frauen und Menschen mit Adipositas stärker sind. Durch die Integration hochauflösender Umweltdaten mit wiederholten klinischen Messungen identifiziert ihre Studie Pollen als potenziellen systemischen Gesundheitsstressor, dessen Einfluss über die bekannten Auswirkungen auf die Atemwege hinausgeht.
Bürgler A., Luyten A. Glick S., Kwiatkowski M., Gehrig R., Beigi M., Hartmann K., Eeftens M. (2024) Association between short-term pollen exposure and blood pressure in adults: A repeated-measures study. Environmental Research, 256 (119224). https://doi.org/10.1016/j.envres.2024.119224
Auskunft:
Dr. Alexandra Bürgler, Postdoktorandin, Forschungseinheit Environmental Exposures and Health, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut,
Medienmitteilung:
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press_summary_swiss_aerosol_award_lubna_dada_2023.pdf28.35 KB
Die Preisträgerin 2023 Frau Dr. Lubna Dada vom Paul-Scherrer-Institut in Villigen
(im Bild mit der Präsidentin des Preiskomitees Frau Prof. Barbara Rothen)
hat am 15.11.2023 in Bern ihre wichtige Arbeit präsentiert:
Auf einem Forschungsschiff in der Arktis hat sie im April 2020 ein extremes Wetter- und Luftverschmutzungsereignis mit einem Temperaturanstieg von 30 Grad C und mit vielen Rauchpartikeln aus Kohlekraftwerken in Russland und China beobachtet, welche für das rasante Abschmelzen des Polareises und auch die extremen Wetterereignisse bei uns verantwortlich waren und weiter sein werden.
Ein extrem starkes Aerosol-Ereignis in der zentralen Arktis ausgelöst durch eine warme LuftmassenIntrusion
Das Extreme Environments Research Labor, EPF Sion, hat mittels Messungen an Bord des EisbrecherForschungsschiffs Polarstern den grossen Einfluss von Emissionen aus mittleren Breiten auf die Aerosolverschmutzung in der zentralen Arktis bestimmt. Daraus resultieren schwerwiegende Auswirkungen auf das arktische Klima, da die transportierten Aerosolpartikel als Wolkenkeime wirken
können, eine deckenartige Struktur mit wärmenden Eigenschaften bilden und so die Meereisschmelze in der Arktis beschleunigen könnten.
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Dieses Jahr wurden aus sehr aussichtsreichen Arbeiten gleich zwei mit dem jährlich verliehenen Preis bedacht, diejenigen von Nadine Karlen und von Anne Lüscher
Nadine Karlen
Das von Nadine Karlen entwickelte DustEar-Messprinzip basiert auf der Funktionsweise eines Impaktors: Partikel werden in einer Düse auf eine kontrollierte Geschwindigkeit beschleunigt und prallen anschliessend auf einen Piezo-Wandler, der als Impaktorplatte dient. Jedes einzelne Teilchen erzeugt dabei einen Impulsübertrag auf den Piezo-Wandler, der als charakteristischer Pulszug im Signal sichtbar ist. Die Amplitude jedes Signalpulses ist proportional zur Masse des jeweiligen impaktierten Partikels. Dieser neue, innovative Ansatz ermöglicht eine genaue Charakterisierung der Massenverteilung und damit die Partikel-Massenkonzentration wie bspw. PM10 oder PM2.5, welches regulierte Parameter bei der Überwachung der Luftqualität sind. Darüber hinaus liefert die gemessene Massenverteilung wichtige Hinweise auf Aerosolquellen und -typen – dies ist zur Untersuchung der Wirksamkeit von Massnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung von Bedeutung.
Für Fragen: Nadine Karlen, Research Associate, Aerosol measurement group, Institute for Sensors and Electronics, University of Applied Sciences, Windisch,
Originalartikel: Single Aerosol Particle Detection by Acoustic Impaction; Source: https://ieeexplore.ieee.org/document/9768831
Anne Lüscher
Die Covid-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist die Virenverteilung in der Luft vor allem in Innenräumen genau zu kennen. Anne Lüscher hat erforscht, wie dies mit «DNA- Barcodes» in Silikapartikeln zuverlässig studiert werden kann.
Für Fragen: Anne Lüscher PhD, Functional Materials Laboratory, Institute for Chemical- and Bioengineering, ETHZ HCI E 112, CH-8093 Zurich,
Originalartikel: Luescher, AM, Koch, J, Stark, WJ, Grass, RN. Silica-encapsulated DNA tracers for measuring aerosol distribution dynamics in real-world settings. Indoor Air. 2022; 32:e12945. https://doi.org/10.1111/ina.12945
Der Swiss Aerosol Award wird am 2. November 2022 anlässlich des 17. Meetings der Swiss Aerosol Group (SAG) verliehen. Der Preis ist mit je 5000 CHF dotiert.
Die Schweizerische Lungenstiftung bezweckt die Bekämpfung und Erforschung von Lungenkrankheiten und setzt sich gegen die Luftverschmutzung ein. 2011 hat die Stiftung den Swiss Aerosol Award ins Leben gerufen: Mit dem Preis in der Höhe von CHF 5000 werden herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Aerosol- Forschung ausgezeichnet. www.swisslung.org
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