Stiftungszweck:

SWISS LUNG bezweckt die Verhütung und Bekämpfung von Tuberkulose und Lungenkrankheiten und die Bekämpfung der Luftverschmutzung sowie die Förderung der Forschung in diesen Bereichen.

Organisation:

Dr. O. Brändli, Präsident

Dr. P. Langloh, Vizepräsident

Hans Scherrer, Quästor

Beat Honegger, Mitglied

Hans Kurmann, Mitglied

Dr. Walter Jakob, Mitglied

Das Stiftungsreglement datiert vom  23.12.2004. Präsident, Vizepräsident und Quästor zeichnen kollektiv zu zweien.

Als Revisionsstelle amtet die Budliger Treuhand AG, vertreten durch Herrn Daniel Rohrer.

 

Tätigkeiten im Geschäftsjahr:

East African Training Initiative in Äthiopien

Im von uns seit 2013 massgeblich gesponserten Ausbildungsprogramm sind bis heute 10 äthiopische Lungenärzte weitergebildet worden: 5 davon verbleiben, zum Teil in Leitender Stellung, am Ausbildungsort, dem Black Lion Hospital in Addis Abeba, und sollten die Weiterführung des Programms dort garantieren. Die anderen 5 sind oder werden in ihre früheren Spitäler oder Universitäten in anderen Landesteilen, zum Beispiel in Axum, zurückkehren und dort die pneumologischen Abteilungen aufbauen helfen. Ich habe darauf bestanden, dass die Ausbildung aller Ärzte auf diesem Gebiet gefördert werden soll und nicht nur die universitäre Medizin. Leider hat kein anderer Schweizer Arzt ausser Prof. Schoch von St. Gallen, der dieses Jahr wieder dorthin reisen wird, als Ausbildner in Äthiopien mitgewirkt, sondern vor allem Amerikaner.

Die Finanzierung des Weiterbildungsprogramms, welches  inzwischen zum Vorzeigeprojekt für Afrika geworden ist (Sherman CB, Carter EJ, Braendli O, Getaneh A, Schluger NW: The East African Training Initiative. A Model Training Program in Pulmonary and Critical Care Medicine for Low-Income Countries.  Annals ATS 2016; 13: 452-455) und internationales Interesse geweckt hat, gestaltet sich nach dem Ausscheiden der World Lung Fundation, unserer bisherigen Partnerin mit den Mitteln des früheren  NY Bürgermeisters Bloomberg, schwieriger: unser Programm ist in die Hände der „International Union against Tuberculosis and Lung Disease“( IUATLD) in Paris geraten und wird von einer NGO namens „Vital Strategies“ in New York aus neu „gemanagt“, was zusätzliche Kosten verursacht.  Allerdings hat das Programm auch bereits einen Chest Fundation Grant in noch unbekannter Höhe gewonnen. Wir haben aber mit der Überweisung der von uns bereits bewilligten 4. Tranche von 25‘000$ für 2016 noch zugewartet, nachdem wir bisher total 125‘000$ dazu beigetragen haben. Ich selber bin weiterhin im „advisory board“ oder „steering committee“ (je nach NGO Jargon)mit dabei und hoffe, dass es gelingt, die Verantwortung für das ganze Programm bis 2018 ganz an äthiopische Hände zu übertragen.

 

Lung Health in Kirgistan

Prof. Konrad Bloch, der uns an der letzten GV 2015 ausführlich über sein Projekt informiert hat,  befindet sich seit April 2016 für 6 Monate selber während seines Sabbaticals als Ausbildner und Forscher in Bischkek in Kirgistan und ist dort bereits zu Ehrendoktorwürden gekommen. Sein Ausbildungsprogramm nicht nur für Ärzte sondern auch für Pflegende und Therapeuten ist gut gestartet und die Zusammenarbeit mit den Schweizer Studierenden und Ärzten ausgezeichnet.

Zusätzlich zu unserem bereits ausbezahlten Beitrag von Fr. 100‘000 für das Forschungsprogramm und von den bereits bewilligten  Fr. 20‘000 budgetiert 2016 und 2017  für das Ausbildungsprogramm  konnten wir noch eine zweckbestimmte Einzelspende im Betrage von Fr. 15‘000 an dieses Projekt weiterleiten.

 

Swiss Aerosol Award 2015: Risiko von beruflicher Exposition für Nanopartikel und Auszeichnung eines Lebenswerks

Der diesjährige Preis  der Schweizerischen Lungenstiftung Swiss Lung, in der Höhe von CHF 10'000, ging an Yaobo Ding vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Universität Lausanne: Der junge chinesische Absolvent der ETH Lausanne hat für seine Doktorarbeit unter der Leitung seines Co-Autors Dr. Michael Riediker an der Uni Lausanne ein System entwickelt, mit dem Nanopartikel, die aus der Zerstäubung von Nanopulver resultieren, charakterisiert werden können. Das neue System hat für die Abschätzung des Risikos bei beruflicher Exposition gegenüber solcher Partikel grosse praktische Bedeutung.

Zusätzlich wurde zusammen mit der Schweizerischen Aerosol Gesellschaft erstmals ein Preis für das Lebenswerk der Umweltpionierin Regula Rapp für ihren Einsatz zur Verbesserung der Luftqualität in der Schweiz im Betrage von Fr. 2500 verliehen.

 

Ewald Weibel Auditorium und Förderpreis für Lungenforschung in der Schweiz

Nach unserem auf dem Zirkularweg bewilligten einmaligen Beitrag von Fr. 30‘000 konnte bereits am 24.6.2016 der neu nach dem langjährigen dortigen Anatomen Prof. Weibel beschriftete über 100 Jahre alte sehr schön restaurierte Hörsaal an der Uni Bern feierlich eröffnet werden. Auch alle Vorbereitungen zur Preisauschreibung sind gut angelaufen und der mit Fr. 10‘000 dotierte Preis für  „ausgezeichnete Leistungen auf dem Gebiet von Lunge und Atmung“ in der Schweiz wird demnächst erstmals ausgeschrieben werden. Seine Finanzierung ist dank zusätzlichen Mitteln des Anatomischen Instituts der Uni Bern und eines Legats von Prof. Weibel selber auf Jahre hinaus gesichert

 

Weitere Unterstützungen

Der von unserem Vizepräsidenten Pieter Langloh mitgegründete und von uns 2014 mitfinanzierte Verein „SansPapier Care“ als medizinische Anlaufstelle für Migranten ist 2015 aktiv geworden und hat mit der 20-%-Stelle von Caspar Zollikofer per 1. Januar 2016 einen hochmotivierten jungen Mitarbeiter, der von der Sans Papiers Anlaufstelle Zürich (SPAZ) migrationspolitische Erfahrung und Vernetzung mitbringt.

Anstelle des früher geplanten und bereits beschlossenen Schweizer Sachbuchpreises haben wir zwei Buchprojekte gefördert, mit Fr. 10‘000 das rechtzeitig zur Eröffnung des Gotthard- Basistunnels erschienene Buch des Verlags Hier+Jetzt in Baden „DREI WELTREKORDE AM GOTTHARD Unternehmer, Ingenieure und Mineure im Tunnelbau“, Kilian T. Elsasser und Alexander Grass. Alexander Grass, dem Tessin Korrespondent  des Schweizer Radios. Ebenfalls demnächst erscheinen wird das von uns mitfinanzierte Buch „Hundertmal älter. Woran Mann merkt, dass er nicht mehr 50 ist“ von Urban Zehnder, welcher leider am 19.April dieses Jahre an den Folgen eines während einer Wanderung erlittenen Herzinfarktes verstorben ist.

Als Mitglied des Organisationskomitees der seit Jahren jeweils im Sommer an der ETH Zürich stattfindenden internationalen Nanopartikelkonferenz habe ich in eigener Kompetenz Posterpreise im Gesamtbetrag von Fr. 1200 von Swiss Lung bewilligt.

 

Dank

Neben dem bereits erwähnten zweckbestimmten Beitrag für Kirgistan und anderen Spenden hat uns Hans Kurmann  beim Tode seines am 22.6.2016 verstorbenen jüngeren Bruders für Trauerspenden empfohlen und so weitere Mittel zukommen lassen. Ich bin ihm dafür sehr dankbar wie auch den anderen ehrenamtlich mitarbeitenden Stiftungsräten.

Dr. O. Brändli, Präsident

Wald, 14.7.2016

Download: pdfJahresbericht-Schweizerische-Lungenstiftung-2016.pdf352.94 kB18/09/2016, 10:38

swisstb

Medienmitteilung        Download pdfpd_swisstb_award_2016.pdf 433.3 kB

 

Entwicklung neuer Impfstoffe im Fokus

Die Tuberkulose ist weltweit jedes Jahr noch immer für mehr als drei Millionen Todesfälle verantwortlich; neue Ansätze zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheit sind gefragt. Seit 2002 unterstützt die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung swissTB deshalb die Erforschung der Tuberkulose mit dem swissTB-Award. Den diesjährigen Preis, dotiert mit CHF 10'000, erhält Dr. Mireia Coscolla Devis, Wissenschaftlerin am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut, für ihre Arbeiten zur Antigenvariation der Tuberkulose-Bakterien. Einen Spezialpreis in der Höhe von CHF 1000 erhält Christian Schürer für seine Dissertation „Der Traum von Heilung“.

Die diesjährige Preisträgerin, Dr. Mireia Coscolla, arbeitet als Wissenschaftlerin am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH). Im Rahmen der nun ausgezeichneten Arbeit beschäftigte sie sich mit den Antigenen des Tuberkulose-Bakteriums.1 Als Antigene werden die „Erkennungsmerkmale“ von Krankheitserregern bezeichnet. Die meisten Krankheitserreger ändern ihre Antigene ständig, um so den vom Immunsystem gebildeten Antikörpern zu entgehen; zwischen Immunsystem und Krankheitserregern herrscht ein eigentliches Wettrüsten. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität New York konnten Dr. Coscolla und ihr Team um Sébastien Gagneux nun zeigen, dass sich das Tuberkulose-Bakterium im Hinblick auf die Antigene anders verhält: Ihre Variation ist im Gegensatz zu anderen Krankheitserregern gering. Anders als zu erwarten ist dies für den Tuberkulose-Erreger ein Vorteil: Das menschliche Immunsystem reagiert auf die hoch konservierten Antigene äusserst heftig. Diese Immunreaktion führt zu einem starken Krankheitsbefall der Lunge, was durch den hervorgerufenen Husten wiederum die Übertragung der Krankheit auf andere Menschen begünstigt. 

Medizinerin Regula Rapp für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

Die Schweizerische Aerosol Gesellschaft (SAG) verleiht dieses Jahr zwei Preise. Sie ehrt die Umwelt-Pionierin Regula Rapp für ihren langjährigen Einsatz zur Luftreinhaltung in der Schweiz. Der Preis ist mit 5'000 CHF dotiert. Er wird heute zusammen mit dem Schweizer Aerosol Preis für die beste Publikation auf dem Gebiet der Schadstoff-Forschung an der Jahrestagung der SAG in Bern verliehen.

Die Schweizerische Aerosol Gesellschaft verleiht zum ersten Mal einen Preis für ein Lebenswerk. Die Umwelt-Pionierin Regula Rapp wird für ihren unermüdlichen Einsatz zur Verbesserung der Luftqualität in der Schweiz geehrt. «Regula Rapp sammelte und bewertete die weltweite Forschungsliteratur zur Luftverschmutzung wie keine andere vor ihr und machte die Resultate einer breiten Bevölkerung zugänglich» begründet Otto Brändli, Präsident des Wahlgremiums, die Entscheidung.

Ausgezeichnete Forschung zu Antivirulenz-Wirkstoffen und latenter Tuberkulose
Seit 2002 unterstützt die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung swissTB die Erforschung der Tuberkulose
mit dem swissTB-Award. Den diesjährigen Preis, dotiert mit CHF 10'000, teilen sich Giulia Manina vom
Laboratory of Microbiology and Microsystems der Ecole polytechnique fédérale in Lausanne und            
Jan Rybniker, der im Team von Prof. Stewart Cole ebenfalls an der Ecole polytechnique fédérale in
Lausanne forscht.
Auch dieses Jahr wird der swissTB-Award gleich an zwei junge Wissenschaftler vergeben, deren Arbeiten sich
inhaltlich jedoch stark unterscheiden: Während Jan Rybniker die Rolle und Möglichkeiten von Antivirulenz-
Wirkstoffen als alternative Bekämpfung multiresistenter Tuberkulose-Bakterien erforscht, beschäftigt sich Giulia
Manina mit den unterschiedlichen Reaktionsweisen von Tuberkulose-Bakterien auf das Immunsystem des Trägers
und auf Medikamente.
 
Alternativer Ansatz: Antivirulenz-Wirkstoffe
Die Arbeit von Jan Rybniker befasst sich mit multiresistenten Tuberkulose-Keimen: Um die Entstehung von immer
mehr resistenten Keimen zu verhindern, sind neben neuen Antibiotika auch alternative Ansätze nötig. Einer davon
sind Anti-Virulenz-Wirkstoffe: Die Virulenz, also die Infektionskraft eines Erregers, wird durch verschiedene
Faktoren beeinflusst. Können die Virulenz-Faktoren verringert werden, kann sich das menschliche Immunsystem
besser gegen die Tuberkulose-Bakterien wehren: „Beim Anti-Virulenz-Ansatz übernimmt nicht ein Medikament
das Abtöten der Bakterien, sondern die menschliche Immunabwehr selbst. Gegen diesen Tötungsmechanismus
gibt es – im Gegensatz zu herkömmlichen Antibiotika – keine Resistenz“, erklärt Jan Rybniker die Notwendigkeit
alternativer Ansätze zur Verhinderung von resistenten Tuberkulose-Keimen.
Einer der Hauptvirulenz-Faktoren des Tuberkulose-Erregers ist das so genannte ESX-1-Sekretionssystem.
Rybniker und sein Team haben in ihrer nun ausgezeichneten Arbeit über 12'000 Wirkstoffe einer Moleküldatenbank
untersucht und schliesslich zwei Stoffe gefunden, die das ESX-1-Sekretionssystem angreifen. Die
Tuberkulose-Bakterien im menschlichen Körper haben dadurch weniger Infektionskraft: Die Immunabwehr kann
sich deutlich besser gegen den Erreger wehren. Auf die Behandlung von Tuberkulose haben die
Foschungsergebnisse des swissTB-Award-Preisträgers vorerst noch keine Auswirkungen: „Mit unserer Arbeit
konnten wir erst zeigen, wie Antivirulenz-Wirkstoffe gefunden werden können. So können nicht nur wir selbst,
sondern auch andere Forscher weltweit gezielt nach weiteren Wirkstoffen suchen, welche die Bekämpfung der
Tuberkulose dereinst verbessern werden.“
 
Tuberkulose-Bakterien als „Individuen“ untersucht
Weniger mit der direkten Bekämpfung als viel mehr mit dem besseren Verständnis des Verhaltens von Tuberkulose-
Bakterien beschäftigt sich Giulia Manina: „Tuberkulose ist eine Krankheit mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen
wie der aktiven und der asymptomatischen, latenten Form. Man geht davon aus, dass bis zu einem Drittel
der Weltbevölkerung eine latente Tuberkulose aufweisen könnte“, erklärt die Forscherin. Noch ist jedoch weitgehend
unklar, wie sich die Erreger in verschiedenen Krankheitsstadien unter Einfluss des Immunsystems und von
Medikamenten verhalten.
Für ihre mit dem swissTB-Award ausgezeichnete Arbeit betrachtete Manina die Tuberkulose-Bakterien deshalb
nicht als einheitliche Population, sondern untersuchte sie als „Individuen“ auf ihre spezifischen Eigenschaften hin,
insbesondere wie und wo sie sich vermehren. Die Arbeit zeigt, dass Tuberkulose-Bakterien bereits unter normalen
Wachstumsbedingungen grosse Unterschiede zeigen, die sich unter Stress noch verstärken. Manina und ihr
Team kommen zum Schluss, dass es diese unterschiedlichen Reaktionsweisen der Tuberkulose-Bakterien auf
das Immunsystem des Patienten sowie auf die Einwirkung von Medikamenten sind, die zu einer latenten
Tuberkulose sowie zu Medikamentenresistenzen führen. „Mit weiteren Untersuchungen dieser unterschiedlichen
Reaktionsweisen können neue Biomarker entdeckt werden, die wiederum neue diagnostische und therapeutische
Strategien insbesondere im Kampf gegen die „versteckten“ Bakterienpopulationen bei latenter Tuberkulose
ermöglichen“, hofft die Forscherin.
 
Rynbiker, Jan et al.: Anticytolytic Screen Identifies Inhibitors of Mycobacterial Virulence Protein Secretion. Cell Host & Microbe (2014) 16, 538–548
Manina, Giulia et al.: Stress and Host Immunity Amplify Mycobacterium tuberculosis Phenotypic Heterogeneity and Induce Nongrowing Metabolically Active Forms. Cell Host & Microbe (2015) 17, 1-15
Die vollständigen Arbeiten sowie die CV der beiden Preisträger können auf www.swisstb.org heruntergeladen werden.
 
swissTB – www.swisstb.org
Die schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung swissTB wurde 2001 mit dem Ziel gegründet, die Tuberkulose-
Forschung in der Schweiz zu fördern. Denn obwohl die Infektionskrankheit in der Schweiz eingedämmt und
gut unter Kontrolle ist, ist die Tuberkulose weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten – und für jährlich
mehr als drei Millionen Todesfälle verantwortlich.
swissTB vergibt jährlich einen mit CHF 10'000 dotierten Forschungspreis. Mit dem swissTB-Award werden
herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Tuberkulose ausgezeichnet, welche zum grössten Teil in der
Schweiz durchgeführt wurden.
 

25 Jahre Lungenstiftung (Swiss Lung Foundation)

Die Schweizerische Lungenstiftung kann dieses Jahr mit diesem Tätigkeitsbericht auf 25 Jahre erfolgreiches Wirken für gesunde Lungen und saubere Atemluft zurückblicken.

Aus Dankbarkeit über die grosszügige Unterstützung meines eigenen Medizinstudiums durch ein kantonales Stipendium und der Chance einer bezahlten zweijährigen Weiterbildungsstelle zum Lungenarzt in New York wollte ich mit einer Stiftung auch etwas für die Ausbildung von Lungenärzten im Ausland tun. Gleichzeitig konnte ich so vor allem auch die mir als Präsidenten der Lungenliga zustehende Entschädigung direkt für gesunde Lungen einsetzen.

Nach dem Entscheid im Jahre 1987, als Chefarzt in der Zürcher Höhenklinik weiter zu arbeiten und nicht mehr ans Universitätsspital oder ins Triemlispital in Zürich zurück zu kehren, und dem Kauf unseres Bauplatzes an der Hömelstrasse in Wald entschloss ich mich deshalb, eine gemeinnützige Stiftung zu errichten. Mit Hilfe unseres Rechtsanwaltes Caspar Hürlimann beurkundeten wir am 28. April 1988 in Zürich die Stiftung mit dem ursprünglichen Namen „Pro Pulmone“ (lat. „für die Lunge“). Sie hat bis heute zum Zweck „Lungenkrankheiten zu verhüten, zu bekämpfen und zu erforschen, zum Wohl der Allgemeinheit wie auch einzelner Betroffener“.
Das anfänglich von mir gestiftete Grundkapital von 5000 Franken wurde in den folgenden Jahren hauptsächlich aus meinen weiteren Nebeneinnahmen von Vorträgen und Privatpatienten sukzessive weiter erhöht. Die Einzahlungen wurden von der Aufsichtsbehörde, anfänglich der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, später dem Departement des Inneren in Bern, beaufsichtigt und als steuerbefreit anerkannt.
Von Anfang an halfen mir dabei Caspar Hürlimann als Vizepräsident und Raymond Wegmann als Quästor und Martin Müller als Revisor. Letzterer wurde 1993 auf eigenen Wunsch durch Hans Kurmann, meinen Dienstkameraden aus der Rekrutenschule in Frauenfeld 1962, ersetzt.

SwissTB-Award 2012:
Download als PDF: pdfPD_SwissTB-Award_2012.pdf471.07 kB

Neue Forschung im Kampf gegen die Tuberkulose

Seit zwölf Jahren vergibt die schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung SwissTB jährlich am Welt-Tuberkulose-Tag einen Preis in der Höhe von CHF 10'000 für eine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Tuberkulose. Der SwissTB-Award geht 2012 einerseits an den Grundlagenforscher Ruben C. Hartkoorn von der ETH
Lausanne, andererseits an den klinischen Forscher Lukas Fenner vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. Mit beiden Forschungsarbeiten wird ein wichtiger Beitrag zur besseren Erforschung – und damit zur besseren Bekämpfung – der Tuberkulose geleistet, die weltweit nach wie vor auf dem Vormarsch ist. 


„Wir hatten zahlreiche hochkarätige Einsendungen für den SwissTB-Award 2012“, freut sich Dr. med. Otto Brändli, Präsident der schweizerischen Stiftung für Tuberkuloseforschung SwissTB. „Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen. Schliesslich haben wir uns entschieden, das Preisgeld aufzuteilen und einerseits eine Arbeit aus der Grundlagenforschung, andererseits eine klinische Forschungsarbeit zu berücksichtigen.“ So werden sowohl Ruben C. Hartkoorn von der ETH Lausanne als auch Lukas Fenner vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet am diesjährigen Welt-Tuberkulose-Tag vom 21. März 2013 im Rahmen des Tuberkulose-Symposiums der Lungenliga Schweiz in Münchenwiler statt.